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St.Gallen prüft Mantelnutzung für Wohnraum in der Kreuzbleiche

Die Stadt St.Gallen erwägt die Umnutzung der Sporthalle Kreuzbleiche zu Wohnraum. Diese Überlegung könnte die städtische Wohnraumsituation erheblich beeinflussen.

Von Maximilian Fischer17. Juni 2026, 03:343 Min Lesezeit

BREMEN, 17. Juni 2026Eigener Bericht

In der Stadt St.Gallen gibt es Bestrebungen, die Nutzung der Sporthalle Kreuzbleiche zu überdenken. Fachleute in der Stadtverwaltung und lokale Projektplaner diskutieren die Möglichkeit, einen Teil der Sporthalle in Wohnraum umzuwandeln. Hintergrund dieser Überlegungen ist der stetig steigende Bedarf an Wohnraum in der Stadt, der durch verschiedene Faktoren, wie Bevölkerungswachstum und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, bedingt ist.

Die Sporthalle Kreuzbleiche wurde in den 70er Jahren eröffnet und diente seither vor allem als Veranstaltungsort für sportliche Aktivitäten und kulturelle Events. Laut den Verantwortlichen in der Stadtentwicklung wird die Halle jedoch zunehmend weniger für ihren ursprünglichen Zweck genutzt. Daher wird überlegt, diesen Raum einer neuen, nachhaltigen Nutzung zuzuführen. Die Idee einer „Mantelnutzung“ könnte dabei sowohl der Wohnraumsituation als auch der sportlichen Infrastruktur der Stadt Rechnung tragen.

Jene, die in der Planung und Stadtentwicklung tätig sind, betonen die Vorteile einer solchen Umnutzung. Bei der Mantelnutzung handelt es sich um eine Funktionserweiterung bestehender Gebäude, um zusätzliche Lebens- und Wohnräume zu schaffen, ohne dass neue Flächen erschlossen werden müssen. Die Integration von Wohnraum in bereits genutzte Sporteinrichtungen könnte ein innovativer Schritt sein, um das Wohnraumangebot in St.Gallen zu verbessern.

Ein zentrales Argument für diese Maßnahme ist die räumliche Nähe zu zentralen Infrastrukturen. Die Kreuzbleiche liegt in einem gut erschlossenen Viertel, in dem sowohl öffentliche Verkehrsanbindungen als auch Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind. Das macht die Lage attraktiv für zukünftige Bewohner. Eine solche Umnutzung könnte auch zur Belebung des Stadtteils beitragen und eine noch engere Verknüpfung zwischen Wohnen und sportlichen Aktivitäten schaffen.

Natürlich gibt es auch kritische Stimmen zu dieser Idee. Einige Anwohner äußern Bedenken hinsichtlich der möglichen Veränderung der Nachbarschaft und der Auswirkungen auf die bestehende Gemeinschaftsstruktur. Insbesondere sorgt man sich um die Lärmentwicklung und um mögliche Einschränkungen der Nutzung der Halle als Sporteinrichtung. Diese Bedenken werden von der Stadtverwaltung ernst genommen. Gespräche mit der Öffentlichkeit sind geplant, um sowohl die Sichtweisen der Bürger als auch die Bedürfnisse aller Beteiligten zu berücksichtigen.

Im Rahmen von Workshops und Informationsveranstaltungen will die Stadt die Meinungen und Anregungen der Bevölkerung einholen. Dabei wird versucht, ein transparentes Verfahren zu gewährleisten, um eine breite Akzeptanz für das Projekt zu fördern. Experten aus der Stadtentwicklung erklären, dass ein respektvoller Dialog mit der Bevölkerung essenziell ist, um die Bedenken der Anwohner in die Planungen einfließen zu lassen.

Die Planungen befinden sich noch in einem frühen Stadium. Die Stadtverwaltung hat verschiedene Modelle zur Mantelnutzung skizziert, die sowohl wirtschaftliche als auch soziale Aspekte berücksichtigen. Im Gespräch ist auch die Schaffung von günstigen Wohnmöglichkeiten, die besonders für junge Familien und Studenten von Bedeutung sein könnten. Dies könnte dem aktuellen Trend entgegenwirken, der besonders in städtischen Gebieten zu einer Verknappung von erschwinglichem Wohnraum führt.

Zudem wird auch der Aspekt der Nachhaltigkeit in den Überlegungen berücksichtigt. Die Stadt St.Gallen verfolgt das Ziel, umweltfreundliche und ressourcenschonende Lösungen zu finden. Bei der Planung der Umnutzung der Sporthalle sollen daher auch nachhaltige Baupraktiken und energieeffiziente Technologien Berücksichtigung finden. Fachleute aus dem Bereich der Stadtplanung betonen, dass eine solche Umnutzung auch dazu beitragen kann, die städtischen Klimaziele zu erreichen.

Ein weiterer Punkt, der in den Diskussionen aufkommt, ist die Integration von Gemeinschaftseinrichtungen in die neuen Wohnräume. Die Schaffung von Gemeinschaftsräumen könnte nicht nur den sozialen Austausch unter den Bewohnern fördern, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl im Stadtteil stärken. Solche Überlegungen spiegeln sich in vielen modernen Wohnkonzepten wider, die zunehmend Wert auf das Miteinander legen.

Die Stadtverwaltung hat daher die Möglichkeit in Betracht gezogen, eine gemischte Nutzung zuzulassen, bei der neben Wohnraum auch noch Raum für sportliche Aktivitäten erhalten bleibt. Dies könnte einen Kompromiss darstellen, der den unterschiedlichen Bedürfnissen der Anwohner Rechnung trägt.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das Projekt weiterentwickeln wird. Die Stadt St.Gallen steht vor der Herausforderung, eine Lösung zu finden, die sowohl den Wohnraumbedarf deckt als auch die sportlichen und kulturellen Aktivitäten in der Kreuzbleiche berücksichtigt. Die kommenden Monate werden entscheidend für die weitere Ausgestaltung dieser Pläne sein. Die Stadtverwaltung lädt alle interessierten Bürger dazu ein, sich an den Diskussionen zu beteiligen und ihre Meinungen und Vorschläge einzubringen.

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